petra fuer alle

Sonntag, Dezember 19, 2010

Das neunzehnte Türchen


Es gibt ja Leute, die denken, bloß weil sie unter der Dusche singen können und die ganze Familie findet, sie könnten das auch gut, wären sie für eine Popstarkarriere gemacht. Und es gibt Leute, die studieren Germanistik, weil sie in der Schule in Deutsch die beste Note hatten.

Zu dieser Sorte Leuten gehöre ich nicht. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen: Nichts liegt mir ferner. Und dass ich nun plötzlich über eine Zweit-Karriere als Tischlerin nachdenke, hat einzig und allein mit den nachweislichen handwerklichen Fähigkeiten im Werkenunterricht in der Grundschule zu tun, an die ich mich jüngst beim Entdecken dieser Seite erinnerte.

Bloß weil ich eine Intellektuelle bin und es immer noch nicht geschafft habe, meine Gardinenstange anzubringen, heißt das ja nicht, dass ich nicht noch andere Talente haben kann. Nein, der ganz hervorragenden Serviettenhalter aus Holz, den ich seinerzeit in der vierten Klasse gebaut habe, spricht da eine deutliche Sprache und bringt jeden zum Schweigen. Und bloß, weil ich seitdem - abgesehen von einem kleinen Gebetsbänkchen damals bei der Studentenfreizeit - nie wieder Holz in der Hand hatte, heißt das gar nichts. Talent verlernt man schließlich nicht. Und es ist nie zu spät, das zu werden, das man hätte sein können, sagte George Eliot , den ich auch nicht kenne, aber der Spruch ist gut und ich könnte einfach im Netz nachgucken und dann klug tun, aber ich bin ja jetzt unter die Heimwerker gegangen und hab das nicht mehr nötig... einmal.

Und deswegen habe ich schon wieder ein Päckchen bekommen. (Ja, von allein kommt sowas schließlich nicht, da muss man schon was für tun!) Fachzeitschriften vom Tischler-Onkel. Juchuu! Wenn man die hat, ist man schließlich schon fast Profi. Und ich bin in vielem Profi, da muss man sich nur mal meine Zeitschriftensammlung angucken ha! Aus mysteriösen Gründen weist nämlich die ansonsten lückenlose Zeitschriftenlandschaft scheinbar doch eine Lücke auf: Zeitschriften für Frauen mit heimwerkerischen Ambitionen im Laienbereich. Klein-Möbel bauen und so. Von "Selbst ist der Mann" fühle ich mich aus einem Grunde, den ich noch nicht ganz greifen kann, nicht angesprochen. Und "Tischdeckchen häkeln und Duftkerzen aufstellen" "Wohnen und Dekorieren und Co." ist etwas völlig anderes.

Und was hat das jetzt mit Advent zu tun? Nun: Geschenke selber bauen (schaff ich nicht mehr). Oder mir so Zeugs schenken. Lustige Hobelbank, die ich mir in mein Dachbodenkabuff stellen kann. Damit es schonmal nach was aussieht. Ich weiß, wir schenken uns nichts. Ich mein ja nur...

P.S.: Denen, die einwenden, während meiner Magisterarbeit hätte ich plötzlich mit einer Bäckerkarriere geliebäugelt, sei gesagt: dieses Mal ist es etwas völlig anderes. Jawoll.

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1 Comments:

At 12:20 AM, Blogger damaris said...

handwerkliche Fähigkeiten könnten nie schaden. Auch wenn das mit der Karriere nicht klappen sollte. Aber wieso schickt der Tischler Onkel dir denn Fachzeitschrifen. Ich hoffe du hast zu Weihnachten eine gute Erklärung dafür...

 

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