petra fuer alle

Samstag, Mai 07, 2011

Ein Prinz und böse Schiffe

Suchbild. Gestern habe ich das erste Mal einen echten Prinzen gesehen. Live, nicht im Fernsehen. Es ist nämlich Hafengeburtstag. Und Norwegen ist in diesem Jahr Partnerland des Hafengeburtstages. Deswegen war er da, seine königliche Hoheit Kronprinz Haakon. Hat den Eröffnungsgottesdienst im Michel besucht, eine Glocke geschlagen und ist durch die Stadt spaziert. (Für die Royalisten unter uns: Mette-Marit war nicht mit.)

Dabei wollte ich mir eigentlich nur die Fregatte "Sachsen" anschauen, die dort im Hafen lag. Zum Hafengeburtstag sind viele Schiffe da und viele von ihnen zur Besichtigung geöffnet. "Open Ship" heißt das hier auf Neudeutsch. Ich habe ja einige Interessen, für die ich seltsame, manchmal mißbilligende, Blicke ernte. (Macht nichts. Insgeheim weiß ich, dass ich nicht die einzige Interessierte bin. Andernfalls müsste man sich ernsthaft fragen, was die Massen an Menschen mit den ganzen Fotos machen, die sie dort schießen.)

Besonders spannend finde ich Bereiche des Lebens, die mir völlig fremd sind. Marine zum Beispiel. (Ja, ich weiß, dass das was mit Militär und Krieg zu tun hat. Beim diesjährigen Hamburger Ostermarsch waren auch die Kriegsschiffe auf dem Hafengeburtstag in der Kritik.) Als vergangenes Jahr ein Flugzeugträger der britischen Marine zum Abschied im Hafen lag, habe ich es leider ob der Menschenmassen nicht geschafft, dort auf Besichtigungstour zu gehen.

Open Ship war dort gestern abend dann leider noch nicht, stellte ich fest. Aber - um die Brücke zurück zum Kronprinzen zu schlagen - als ich bei der Fregatte ankam, hieß es, der Prinz Haakon sei an Bord. Ungünstigerweise nahm er beim Herauskommen just die der beiden Treppen, vor der ich nicht stand. Hinrennen wollte ich nicht, denn mal ehrlich, ein Prinz ist auch nur ein Mensch. Und wer bin ich denn, dass ich wie das gemeine Fußvolk..., nicht wahr? Also schlenderte ich unbeteiligt guckend in Richtung Boot und sah in noch abfahren. Auch gut. Da ich - die Fastenaktion mit den Ausreden ist ja vorüber - auf die Begegnung mit Prominenz nicht eingestellt war, war mein Akku nach diesem Bild leer.

So. Und ich geh jetzt Fregattenvoninnengucken.


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Mittwoch, März 30, 2011

Mit einigen Worten nicht viel sagen


So. Damit ihr nicht denkt, mir sei zwischenzeitlich etwas zugestoßen, hier ein kleines Lebenszeichen. Was in der Zwischenzeit geschah (eine ungeordnete, relativ willkürliche Auswahl unabhängig von der politisch-gesellschaftlichen Lage):

- es ist endlich Frühling geworden, auch kalenderunabhängig: man kann an manchen Tagen - z.B. an meiner geliebten Elbe - draußen sitzen
- ich bin neuerdings keine Volontärin mehr, sondern Redakteurin
- zur Zeit versuche ich sieben Wochen ohne Meckern auszukommen
- ich war in diesem Jahr erstmalig mehr als einen Tag auf der Leipziger Buchmesse
- ich besitze seitdem ein Buch, dessen Verlag scheinbar so klein ist, dass es im ganzen großen Internet davon kein Foto gibt (ich könnte natürlich einfach mein Buch fotografieren, aber, nee, Aufwand...)
- nach nahezu einem Jahr hat meine Küche endlich einen klitzekleinen (Garten-) Tisch und (Garten-) Stuhl, eine kleine Protestaktion gegen die Minustemperaturen bis vor ein paar Wochen
- ich grüble noch immer über einem neuen Blogkonzept (konzeptlos wäre in dem Falle auch ein Konzept), irgendwo zwischen kuschelig und öffentlich, anonymer und erkennbar ich, vielleicht nicht mehr hier sondern dort, so in etwa
- so, das muss erstmal reichen (ihr könnt natürlich gern Themen einreichen, etwa so: petra, schreib doch mal was über...)

Samstag, Februar 12, 2011

Alternativen zum Pärchenvergiften

Es gibt ungefähr zwei Tage im Jahr, die ich regelmäßig fürchte. Der eine ist der 31. Dezember - der letzte Tag des Jahres. (Einem tief in mir angelegten Gefühl zufolge, dass vermutlich noch aus der Zeit, in der man an die Erde als Scheibe glaubte, stammt, geht am 31.12. die Welt erstmal unter und wer weiß denn schon so genau, ob sie tatsächlich am 1.1. wieder aufersteht. Bloß, weil es bisher immer funktioniert hat, heißt das ja nicht, dass es auch weiterhin... Aber ich schweife ab:)

Und der andere ist der Valentinstag. Und für den Fall, dass ich das Datum versehentlich oder absichtlich verdrängen wollte, erinnern mich diverse Email-Anbieter-Newsletter Tage davor ständig: "Denken Sie dran - am 14.2. ist Valentinstag!"

Natürlich könnte ich nun Gründe anführen, warum meine Abneigung gegen dieses Datum zumindest gut begründet ist. Und dann zum allgemeinen "Valentinstag ist scheiße. Für Singles wird nie was angeboten und nun machen sie alle Pärchengottesdienste/Fotografiere dich hier zum halben Preis mit deinem Schatz, das schönste Pärchenfoto gewinnt eine Reise in die Karibik/romantisches Dinner in irgendeinem Etablissement, in das man sonst nicht reinkommt. Und überhaupt: ich kann doch meinem Partner auch außerhalb dieses Tages meine Liebe zeigen und sowieso ist das alles eine Erfindung der Blumenindustrie." - Gejammer übergeben.
Aber das würde zu sehr den Schluss nahelegen, dass ich 1. Deutsche bin und 2. wahrscheinlich einfach nur neidisch.

Ich könnte stattdessen nun in mich gehen und nach den Gründen forschen, mich dann in Therapie begeben und meine Kindheit aufarbeiten. Aber da ich in der letzten Zeit die Vorzüge des Pragmatismus für mich entdeckt habe, habe ich beschlossen, in diesem Jahr das inneren "Pärchenvergiften im Park" durch eine friedlichere Strategie zu ergänzen.

Spoiler: Achtung, jetzt kommt was Frommes. Falls du das nicht abkannst, lieber nicht weiterlesen. Für Pärchenteile könnte es sich allerdings vielleicht doch lohnen. Wobei, nein, das ist ja dann auch was Frommes... Wobei, so schlimm isses nich. Und eigentlich kommt jetzt auch erst der eigentliche Sinn des Posts. Wie immer, entgegen jedem journalistischen Grundsatz ganz am Schluss. Aber ich will hier keinen drängen, weiterzulesen...

Meine Vorliebe zur diesjährigen Mantra-Jahreslosung hatte ich hier ja schon bekundet. Nun kommt mal ne Anwendung:

Ich nehme an, Pärchenvergiften zählt nicht als "mit Gutem überwinden". Wobei ich jetzt nicht sagen will, dass Pärchen das Böse sind. Wobei... Was wäre hier denn was "Gutes"? Als Paartherapeutin bin ich nur sehr bedingt einsetzbar. Und Blumen kriegen sie ja schon. Also hab ich mir überlegt: Beten hilft. Ich gehe davon aus, dass das auch für Pärchen gilt. Und ich kenne einige, bei denen man sieht, dass das Paarsein offensichtlich nicht immer so "Valentinstag" ist, wie sich Singles das manchmal zurechtbiegen.

Nur noch einmal Luftholen und dann kommt´s...

Petrafueralle versucht´s mal mit Beten statt Gift. Und nicht für alle, sondern für die Nicht-Singles. Beziehungs-Probleme sind keine Voraussetzung, eitel Sonnenschein geht genauso (soll´s ja auch geben). Und ob ich euch kenne oder nicht spielt auch keine Rolle. Ihr müsst auch gar nix machen und sagen, nur "Hier" rufen. Und ein oder zwei Namen wären hilfreich, da betet es sich besser als für "die Freundin von dem einen, der mir grad noch die Mail geschrieben hat". Für Ergebnisse muss dann natürlich der Adressat meiner Gebete (das wäre dann Gott) belangt werden. Aber ich bin davon überzeugt, dass Gebete eines Singles durch die erhöhte Hemmschwelle mindestens doppelt zählen helfen. Und dass man den, für den man betet, zumindest schlecht hassen kann, ist doch auch schon mal viel wert. Zumindest für mich.

Deshalb sagt (möglichst noch vorm Valentinstag, danach geht aber auch) Bescheid, wenn ihr dabei sein wollt, zum Beispiel mit einer Mail an bob_thetomato(at)es-ist-liebe.de

(Wenn demnächst mal ein Single-Tag erfunden wird und ihr voller Neid auf die Singles blickt, könnt ihr das natürlich auch gern mal umgekehrt probieren...)

Sonntag, Januar 23, 2011

Haie in Gummistiefeln

"Mama, gibt´s hier eigentlich Haie", fragte der kleine Junge seine Mutter heute beim Rudelgucken Public Viewing. Und so abwegig war die Frage nicht. Denn irgendwie waren wir so was ähnliches. Wir, die Katastrophentouristen mit Kameras im Anschlag. Es war mal was los in Schleswig-Holstein. Und nun kann ich mir ein T-Shirt drucken lassen, auf dem steht "Hochwasser in Lauenburg - ich war dabei." Wie Tausende anderer Schaulustiger, die heute in und durch die Stadt an in der Elbe gepilgert sind.
"Touristen raus, ihr stört!", hatte jemand an sein Fenster geschrieben. "Gemeinsam Kopf hoch bei Land unter", hing an der Apotheke. Es gab Heißgetränke, Pommes und Gummistiefel zu kaufen. Und es gab viele viele Sandsäcke, Helfer und Einsatzwagen von THW, DRK, DLRG, Feuerwehr und Co. Untermalt wurde das Szenario von Pumpgeräuschen. Und zum Abschluss gab es einen ganz tollen roten Sonnenuntergang. (Wie man sieht, habe ich noch keine neue Kamera.) Und wenn ich groß bin, schreibe ich mal wieder über Dinge mit Bedeutung. Menschen in Not, den Sinn des Lebens oder so.

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Samstag, Januar 22, 2011

Im Stehen

Da hat es endlich mal einer nachgerechnet: Sitzpinkler sind Umweltschützer. Irgendwie ein Stück weit gewissermaßen unter bestimmten Umständen. Ob nun in Hamburg besonders viele Menschen dieser Spezies zuzuordnen sind, dazu habe ich keine Statistik finden können. Aber jedenfalls ist Hamburg 2011 Europas Umwelthauptstadt geworden. (Nur zu Info: Es gab Mitbewerber um den Titel, sogar 34 Stück. Sowas muss man heutzutage ja immer mitabfragen.)

Und im Rahmen dieses Umwelthauptstadtdaseins gab es kürzlich ein Klo eine Ausstellung, in die ich zufällig hineingestolpert bin. Da wurde gezeigt, wie man im Haushalt Energie sparen kann. Und ab hier könnte man diesen Text nun wieder von vorne lesen, öhm. (Auch wenn ich zum Thema gerade eine Menge hochinteressanter Texte gefunden habe. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Herodot seinerzeit in Ägypten... Aber ich wollte ja Schluss machen für heute.)

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Montag, Januar 10, 2011

Happy birthday, Flughafen

Als Erstes wollte ich sagen, dass ich mit Absicht so ein Foto genommen habe, dass mir garantiert keiner klaut und damit Geld/Ruhm verdient. Und falls mir das keiner glaubt, sage ich, dass es an der Kamera lag und ich mir demnächst eine ganz tolle SRL kaufe. Und wenn sich auch damit niemand zufrieden geben will, weise ich darauf hin, dass es sich sowieso nur um ein Symbolbild handelt und man ja wohl erkennen kann, welche Thematik dieser Beitrag hat. So. Und als Zweites wollte ich schon mal auf das Thema der diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche hinweisen. Aber bis dahin sind es ja noch ein paar Wochen. Das muss ich nochmal kräftig nutzen...

Eigentlich wollte ich mit diesem Bild eine Reihe starten, die sich "Meine liebsten Plätze in Hamburg" nennt. Werde ich auch tun. Eigentlich mit einem ganz tollen Foto einer gerade startenden oder landenden Maschine. Aber... siehe oben. Einer meiner liebsten Plätze in Hamburg ist nämlich der Flughafen in Fuhlsbüttel. Und der wird just heute 100 Jahre alt.

Manchmal packt mich ganz plötzlich das Fernweh. Gestern nachmittag zum Beispiel. Und dann setze ich mich in die S-Bahn und fahre los. Damit kommt man zwar nicht sehr weit. Aber immerhin kommt man bis zum Flughafen. Und das reicht mir dann auch erstmal. Ich bin nämlich ein wenig flugängstlich. Und irgendwie ergibt die Mischung aus einer Nähe zum angstauslösenden Gegenstand und dem Wissen darum, dass man sich nicht trotzdem nicht wirklich damit konfrontieren muss, ein ganz spezielles entspannend-aufregendes Hochgefühl. Yeah! (Merkt ihr? Hält sogar noch an von gestern...)

Am Liebsten sind mir Terminal und Aussichtsterrasse (wenn es warm ist, auch gerne mit einer Tasse Kaffee). Und dann kann ich mal kräftig so tun als ob. Mich auf irgendeinen Urlaub in naher Zukunft freuen, auf Wärme vielleicht oder viel Schnee, auf gutes Essen (angeblich ist mehr als 70 Prozent aller Urlauber vor allem das Essen wichtig), Nichtstun. Mir alles angucken und anhören: Das Immer-Kleiner-Werden und Immer-Größer-Werden der Flugzeuge, der ohrenbetäubende Lärm der Maschinen, die Durchsagen zwischendurch, das Herr und Frau Meier jetzt aber wirklich mal einsteigen müssen, die langen Schlangen am Check-in nach Ebenda und die wenigen, die nach Jenerort fliegen möchten, die neugierigen Fluggäste, die freiwillig den Körperscanner ausprobieren...

Und das alles ohne die Angst, das der Flug sich verspätet oder gestrichen wird, dass das Gepäck doch Übergewicht hat und mein Urlaubskonto deswegen schon vorher schrumpft, dass irgendwas am Körper beharrlich piept und den ganzen Verkehr aufhält, dass der Mensch, der den Fensterplatz neben mir hat, irgendwas Böses im Schilde führt, dass das Flugzeug abstürzt...

Und irgendwann fährt man die Rolltreppe wieder runter und mit der Bahn zurück nach Hause. Und bucht einen echten Flug oder so. Yeah! (Sorry, legt sich wieder...)

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Donnerstag, Januar 06, 2011

Mantra 2011

Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. *tiefdurchatmen* Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. *nochmaltiefdurchatmen* Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. Lass dich nicht vom Bösen überwinden. Überwinde das Böse mit Gutem. *äh,ach ja, atmen nicht vergessen* (Römer 12, 21)