
Es gibt ungefähr zwei Tage im Jahr, die ich regelmäßig fürchte. Der eine ist der 31. Dezember - der letzte Tag des Jahres.
(Einem tief in mir angelegten Gefühl zufolge, dass vermutlich noch aus der Zeit, in der man an die Erde als Scheibe glaubte, stammt, geht am 31.12. die Welt erstmal unter und wer weiß denn schon so genau, ob sie tatsächlich am 1.1. wieder aufersteht. Bloß, weil es bisher immer funktioniert hat, heißt das ja nicht, dass es auch weiterhin... Aber ich schweife ab:)Und der andere ist der Valentinstag. Und für den Fall, dass ich das Datum versehentlich oder absichtlich verdrängen wollte, erinnern mich diverse Email-Anbieter-Newsletter Tage davor ständig: "Denken Sie dran - am 14.2. ist Valentinstag!"
Natürlich könnte ich nun Gründe anführen, warum meine Abneigung gegen dieses Datum zumindest gut begründet ist. Und dann zum allgemeinen "Valentinstag ist scheiße. Für Singles wird nie was angeboten und nun machen sie alle Pärchengottesdienste/Fotografiere dich hier zum halben Preis mit deinem Schatz, das schönste Pärchenfoto gewinnt eine Reise in die Karibik/romantisches Dinner in irgendeinem Etablissement, in das man sonst nicht reinkommt. Und überhaupt: ich kann doch meinem Partner auch außerhalb dieses Tages meine Liebe zeigen und sowieso ist das alles eine Erfindung der Blumenindustrie." - Gejammer übergeben.
Aber das würde zu sehr den Schluss nahelegen, dass ich 1. Deutsche bin und 2. wahrscheinlich einfach nur neidisch.
Ich könnte stattdessen nun in mich gehen und nach den Gründen forschen, mich dann in Therapie begeben und meine Kindheit aufarbeiten. Aber da ich in der letzten Zeit die Vorzüge des
Pragmatismus für mich entdeckt habe, habe ich beschlossen, in diesem Jahr das inneren "
Pärchenvergiften im Park" durch eine friedlichere Strategie zu ergänzen.
Spoiler: Achtung, jetzt kommt was Frommes. Falls du das nicht abkannst, lieber nicht weiterlesen. Für Pärchenteile könnte es sich allerdings vielleicht doch lohnen. Wobei, nein, das ist ja dann auch was Frommes... Wobei, so schlimm isses nich. Und eigentlich kommt jetzt auch erst der eigentliche Sinn des Posts. Wie immer, entgegen jedem journalistischen Grundsatz ganz am Schluss. Aber ich will hier keinen drängen, weiterzulesen...Meine Vorliebe zur diesjährigen
Mantra-Jahreslosung hatte ich hier ja schon bekundet. Nun kommt mal ne Anwendung:
Ich nehme an, Pärchenvergiften zählt nicht als "mit Gutem überwinden".
Wobei ich jetzt nicht sagen will, dass Pärchen das Böse sind. Wobei... Was wäre hier denn was "Gutes"? Als Paartherapeutin bin ich nur sehr bedingt einsetzbar. Und Blumen kriegen sie ja schon. Also hab ich mir überlegt:
Beten hilft. Ich gehe davon aus, dass das auch für Pärchen gilt. Und ich kenne einige, bei denen man sieht, dass das Paarsein offensichtlich nicht immer so "Valentinstag" ist, wie sich Singles das manchmal zurechtbiegen.
Nur noch einmal Luftholen und dann kommt´s...Petrafueralle versucht´s mal mit Beten statt Gift. Und nicht für alle, sondern für die Nicht-Singles. Beziehungs-Probleme sind keine Voraussetzung, eitel Sonnenschein geht genauso (soll´s ja auch geben). Und ob ich euch kenne oder nicht spielt auch keine Rolle. Ihr müsst auch gar nix machen und sagen, nur "Hier" rufen. Und ein oder zwei Namen wären hilfreich, da betet es sich besser als für "die Freundin von dem einen, der mir grad noch die Mail geschrieben hat". Für Ergebnisse muss dann natürlich der Adressat meiner Gebete (das wäre dann Gott) belangt werden. Aber ich bin davon überzeugt, dass Gebete
eines Singles durch die erhöhte Hemmschwelle mindestens doppelt zählen helfen. Und dass man den, für den man betet, zumindest schlecht hassen kann, ist doch auch schon mal viel wert. Zumindest für mich.
Deshalb sagt (möglichst noch vorm Valentinstag, danach geht aber auch) Bescheid, wenn ihr dabei sein wollt, zum Beispiel mit einer Mail an bob_thetomato(at)es-ist-liebe.de
(Wenn demnächst mal ein Single-Tag erfunden wird und ihr voller Neid auf die Singles blickt, könnt ihr das natürlich auch gern mal umgekehrt probieren...)